Selbstdarstellung Urupia
Die Selbstdarstellung der Kommune Urupia in Jahre 2006 als HTML-Text
In den drei darauffolgenden Jahren sorgten zahlreiche Treffen mit Diskussionen und Planungen, mit Objektsuche und Problemklärungen dafür, dass sich die ursprüngliche Gruppe nochmals in ihrer Zusammensetzung veränderte.
Im Mai 1995 zogen die ersten entschlossenen KommunardInnen in Urupia ein – nicht alle sind hier geblieben. Im Verlauf der ersten 10 konkreten Lebensjahre der Kommune haben uns Menschen verlassen, neue sind hinzugekommen. Zur Zeit sind wir 11 Erwachsene und vier Kinder. Was wir an politischen Erfahrungen mitbrachten, haben wir zumeist in ökologischen, feministischen, antimilitaristischen und antiautoritären Zusammenhängen erworben.
Trotz Wandels in der personellen Zusammensetzung der Gruppe sind ihre Grundprinzipien unverändert. Wir praktizieren das Konsens-Verfahren bei allen wichtigen Entscheidungen und haben kein Privateigentum. Von Anfang an war Urupia als „offene Kommune“ konzipiert; der Ort soll allen offen stehen, die ein selbstbestimmtes Leben zusammen mit uns ausprobieren wollen. Über tausend Menschen haben diese Möglichkeit bisher wahrgenommen, unser Leben vorübergehend mit uns zu teilen; viele von ihnen über lange Zeiträume. Sie haben uns mit Enthusiasmus, Tatkraft und Kritik sehr geholfen.
Seit Beginn betreiben wir biologische Landwirtschaft auf unseren 23 ha Land – Olivenhain, Weinfeld, Obst- und Gemüsegärten, Ackerflächen und produzieren: Olivenöl und eingelegte Oliven, Wein, Kräuter und Gemüse, in Olivenöl eingelegte Auberginen, Vollkornbrot sowie verschiedene Backwaren nach traditionellen Rezepten unserer Region. Wein und Olivenöl sind auch in Deutschland erhältlich.
Die Landwirtschaft ist nicht nur wesentliche Quelle unserer Existenzsicherung, sondern wurde im Laufe der Zeit auch immer bestimmender für unsere politische Identität. Die Ablehnung des kapitalistischen Lebensmodells hat uns mehr und mehr in Richtung des Subsistenzgedanken gebracht, einer alten Praxis der unmittelbaren Lebenssicherung, die für uns noch mehr bedeutet, nämlich eine politische Orientierung auf Lebens-Notwendiges, z.B. den Vorrang sozialer Aspekte vor rein ökonomischen, den Vorrang der globalen Problemsicht vor der lokalen.
Wir sind aktiv in der Vernetzung mit anderen BäuerInnen, die unser politisches Selbstverständnis von einer anderen bäuerlichen Landwirtschaft teilen. Wir leben hier im Salent, im südlichen Apulien, in einer Region, die noch immer stark landwirtschaftlich geprägt ist. Gemeinsam mit anderen suchen wir nach Wegen, dem dominanten Modell der industrialisierten Landwirtschaft und der Globalisierung des Marktes mit all seinen desaströsen Auswirkungen etwas entgegenzusetzen – eine praktische Version der Anti-Global-Bewegung …
Von Beginn an war unsere Kommune auch ein Ort vielfältiger sozio-kultureller Aktivitäten: Frauentreffen, Jugendgruppen-aufenthalte, Kinderzeltlager, politische Diskussionsveranstaltungen, Film- und Musikabende. Im Laufe der letzten Jahre haben wir diese Initiativen um regelmäßige Schulklassenbesuche sowie Seminare zur sozialen Konfliktgestaltung in politi-schen Gruppen erweitert.
Weitere Informationen über:
ASSOCIAZIONE URUPIA TELEFON: 0039-0831-890855
C.P. 29
I-74020 San Marzano di S.G.(TA)
ITALIEN
Für Kontakt und Bestellungen von Rotwein und Olivenöl
Urupia & Genossenschaft „La Petrosa“
c/o Andy Wolff
Manteuffelstr. 5
10997 Berlin
DEUTSCHLAND
Fon 030-695 66 162